Speicher Kapazitäten

Datum: Donnerstag September 27, 2007
Posted in: Energie

FÜR HEIZUNG UND BRAUCHWARMWASSER IN VERBINDUNG MIT SOLARTECHNOLOGIE

„Nicht in der Wärmeerzeugung findet der Fortschritt statt, sondern in der intelligenten Speicherung und sinnvollen Verteilung der Wärme”, so schreibt einer der Hersteller von Speichersystemen in seinen technischen Unterlagen. Schauen wir uns diese fortschrittlichen Systeme, diese Kapazitäten, genauer an.

solarspeicherKeine Engpässe bei der Gasversorgung”, meldete die Asue im Dezember 2006. Und sie begründete ihre Prognose mit der breiten Palene von Lieferanten, mit denen deutsche Gasversorger langfristige Bezugsverträge abgeschlossen haben. Im Februar 2007 schiebt der größte der Energiekonzerne eine weitere und für den Endverbraucher äußerst positive Meldung nach: Die Gaspreise sollen sinken. Flächendeckende Billigangebote könnten das Preisgefüge in Bewegung bringen. Denn kleinere Anbieter müssten nachziehen.
Dennoch: Unsere Zukunft steht am Himmel und sie schlummert in der Erde. Denn Erdgas ist endlich. Solartechnologie und Geothermie dagegen machen uns nicht nur unabhängig von Gaslieferanten, sie stehen auch kostenlos in beliebiger Menge zur Verfügung. Ausgereifte Technik bei konventionellen und alternativen Wärmeerzeugern und auch bei Kombinationen daraus garantieren – fachgerechter Einbau vorausgesetzt – Sicherheit für Bauherren und Renovierer.
Der Fortschritt findet aber auch auf dem Gebiet intelligenter Wärmespeicherung statt. War es bei der klassischen Zentralheizung mit Öl-, Gas- oder Festbrennstoffen dem Bauherrn überlassen, ob er Brauchwarmwasser zentral über einen Speicher erzeugt oder sich eines dezentralen, kesselunabhängigen Systems bedient, so ist in Verbindung mit Solartechnologie der auf das Heizungssystem abgestimmte Speicher ein Muss. Denn er ist Bindeglied und Sammelbecken aller genutzten Energiequellen: Sonne, Erde, Gas, Pellets … Entsprechend rasant ist hier die Technische Entwicklung, entsprechend vielseitig ist das Angebot.
Für Bauherren und Renovierer stellt sich die Frage: Welche Speichersysteme gibt es? Welche kommen für meine individuelle Heizungs- und/oder Brauchwarmwasseranlage in Betracht? Wodurch unterscheiden sich die Systeme? Welche Vor- und Nachteile haben sie? Mit welchen Investitionskosten muss man rechnen? In Verbindung mit Solartechnologie unterscheidet man grundsätzlich drei Systeme: Solarspeicher, Kombispeicher und Pufferspeicher. Innerhalb der Systeme gibt es wieder eine Reihe unterschiedlicher technischer Lösungen, die einerseits die Wirtschaftlichkeit, sprich Energieausbeute, andererseits die Wasserqualität beeinflussen.

Solare Warmwasserspeicher

solare warmewasserspeicherFür Solarwärmeanlagen, die nur warmes Wasser bereiten sollen, bieten die Hersteller spezielle solare Warmwasserspeicher an. Diese Tanks speichern direkt das Trinkwasser. Während ein konventioneller Warmwasserspeicher nur einen Wärmetauscher enthält, über den Wärme vom Kessel in den Speicher übertragen wird, sind in der solaren Variante zwei Wärmetauscher eingebaut. Der zweite dient dem Einspeisen der Wärme, die die Sonnenkollektoren auf dem Dach erzeugen. Solare Warmwasserspeicher haben ein größeres Volumen als normale Speicher. Für einen 4-Personen-Haushalt sind in der Regel 300 Liter ausreichend. Das Volumen muss auf jeden Fall an die Fläche der Kollektoren auf dem Dach angepasst sein, und die Fläche orientiert sich am Warmwasserbedarf. Spart man am Volumen, dann ist das Wasser in kürzester Zeit heiß. Die Wärme in den Kollektoren kann nicht mehr abfließen. Das bedeutet weniger Solarertrag und eine unnötige Hitzebelastung der gesamten Solaranlage. Ist das Volumen zu groß, dann wird der Speicher nicht richtig warm und der Kessel muss unnötig Lnergie nachliefern, um angenehm warmes Duschwasser zu haben. Warmwasserspeicher unterscheiden sich vor allem im Material. Tanks mit einer Schutzschicht aus Emaille kosten weniger. Ein 300-Lirer-Gerät ist im Handel schon für rund 1300 Euro zu haben. Dagegen muss der Kunde für einen Edelstahlspeicher gut das Doppelte und mehr auf den Tisch legen. Dafür hat er Vorteile bei der Wartung: Edelstahl rostet nicht. Bei emaillierten Tanks schützt eine Opferanode den Stahl vor Rost, die der Heizungsbauer regelmäßig kontrollieren muss. Ganz entscheidend für die Effektivität des Solarsystems ist es natürlich, wie gut der Speicher das Wasser warm hält. Dabei kommt es nicht nur auf die Dicke der Dämmung an. Wichtig ist, dass auch die Anschlüsse sorgfältig gedämmt sind.
Wie gut ein Speicher ist, zeigen seine Bereitschaftsverluste. Das ist die Wärmemenge, die an einem Tag verloren geht, wenn das Wasser innen 45 Grad Celsius wärmer ist als die Umgebung. Zwischen einer und zwei Kilowattstunden am lag verlieren gute Geräte. Schlechtere kommen schnell auf drei bis vier Kilowattstunden Verlust.

Solare Kombispeicher

Wer mit der Sonne auch heizen will, der braucht einen Kombispeicher. Der Kombispeicher hält sowohl warmes Heizungswasser als auch warmes Trinkwasser bereit. Vom Kombispeicher gibt es zwei verschiedene Bauarten:

 

Auch beim Kombisolarsystem für Heizung und Warmwasser muss die Kollektorfläche auf die Speichergröße abgestimmt sein. 750 bis 1000 Liter Inhalt sind die Standardgrößen bei einem 4-Personen-Haus-halt. Sehr gute Kombispeicher kommen auf Bereitschaftsverluste von weniger als zwei Kilowattstunden am Tag, weniger gute auf bis zu fünf. Der Kombispeicher mit zwei Tanks kostet weniger als Wellrohrmodelle. Die preisgünstigsten Standardgrößen sind im Handel ab circa 2500 Euro zu haben. Kombispeicher mit Edelstahl-Wellrohr kosten deutlich mehr.

Solare Pufferspeicher

Immer mehr Anbieter setzen auf eine dritte Variante für Systeme, die Sonnenwärme für Heizung und Warmwasser nutzen. Sie nehmen einen Pufferspeicher, der nur Heizungswasser enthält. Warmes Trinkwasser bereitet dann eine Frischwasserstation, die außen am Speicher montiert ist. Der Vorteil: Es wird überhaupt kein warmes Trinkwasser gespeichert. Es wird direkt im Durchfluss erwärmt, wenn man warmes Wasser zapft. Das ist hygienisch gesehen absolut sicher. Regeltechnisch ist das aber kompliziert und kostet daher am meisten. Pufferspeicher sind ein Muss, wenn eine Wärmepumpe oder ein Holzkessel das Haus mit Wärme versorgen soll. Will man später eine Solaranlage nachrüsten, sollte er von vornherein mit einem Solarwärmetauscher ausgestattet sein.

Generell gilt: Zum Installieren der Solaranlage muss der Heizungsbauer alte Speicher der konventionellen Heizungsanlage durch einen Solarspeicher ersetzen. Solarspeicher gibt es in verschiedenen Formen, sodass sie auch in unzugängliche Keller und durch schlanke Türöffnungen passsen. Die Möglichkeit, den alten Speicher zu nutzen und mit einem neuen Solarspeicher zu kombinieren, ist wenig effektiv. Denn zwei Speicher haben immer mehr Verluste als einer.
Der Markt hat für alle Fälle Produkte entwickelt. Wichtig ist, dass nicht nur die Kombination aus einem oder mehreren Wärmeerzeugern, sondern auch der Speicher ein aufeinander abgestimmtes System bilden. Nur so sind Anforderungen an hohen Warmwasserkomfort, dauerhafter Hygiene und gute Gesamteffizienz der Anlage zu erfüllen.

wohnen&leben 1/2007